23.+24.05.2012
It’s gettin‘ hot in here
..wäre die passende Überschrift, wenn wir eine benutzen würden für unsere Blog-Einträge. Machen wir aber nicht
Also starten wir einfach so durch. Nackt. Ohne Überschrift.
Wir waren unterwegs. In Oldenburg. Im Polyester. Und am nächsten Tag in Bremen. Im Kuß Rosa.
Oldenburg: Das war heiß. Und damit meinen wir auch die schönen Frauen in Oldenburg, aber primär die Temperatur. Ein volles Polyester mit stickigster Luft ever, gefühlten 40°C im Innenraum und Scheinwerfer auf die Mütze. Die hatten wir nämlich selbstverständlich auf. Der KEMGV würde niemals ohne die Mützen auftreten. Das geht nicht. Die wurden uns von Rita Apel gestrickt und gestickt und geschenkt. Der Anstand gebietet dies also. Wir zollen damit Respekt für diese Geste. Im Schweiße betraten wir somit die Bühne und begannen zu schwitzen. Eine Bitte aber für die Zukunft, liebe Fans, Jünger und Menschen die uns hassen: Schenkt uns keine personalisierten Pelzmäntel, Winterjacken oder Norweger-Pullis. Bitte!!!! Wenn ihr aber dennoch etwa häkeln, stricken oder klöppeln wollt, hier eine kleine Anleitung.
Zurück zum Slam in Oldenburg: So standen wir also auf der Bühne, warnten das Publikum davor, dass wir gebeten wurden nackt stage-diving zu demonstrieren, zählten kurz die Mädchen im Publikum durch und stellten erneut fest, dass Poetry Slams überwiegend von Frauen besucht werden. Das ist nicht gut wenn man bedenkt, worüber wir unsere Texten so schreiben. Furzen, Mädchenlyrik, Bösewichte, alles nicht so geeignet für weibliches Publikum. Sollte man meinen. Ist aber ganz anders. Mit unserem Versuch, den Furz endlich gesellschaftsfähig zu machen, landeten wir in der Vorrunde auf Platz 1. Vor Gerrit Willanek, vor Annika Blanke, vor Felix Bartsch, vor Acho und vor all den anderen netten und talentierten Teilnehmer an diesem Abend. Unglaublich eigentlich. Danke, Oldenburg! Wenn wir so versnobte Stars wären, wie Julia Balzer behauptet, würden wir jetzt schreiben, dass das alles natürlich genau unseren Erwartungen entsprach, aber mal im Ernst und ganz unter uns: wir haben uns gefreut wie keine Kinder, uns weinend vor Glück in den Armen gelegen und unseren Müttern per SMS geschrieben, dass wir sie lieben. Und unseren Frauen auch. Und den Kindern. Und Haustieren. Und den Geliebten. In der Reihenfolge. Nicht.
Dann Finale. Mädchenlyrik (was sonst). Ich glaube, am Anfang dachte das Publikum, wir meinen das Ernst…. Dann hat es aber KLICK gemacht – man hat es gehört – und dann lief es. Am Ende reichte es dann nicht für den Sieg, aber für einen tollen dritten Platz hinter Acho und der Siegerin Annika Blanke die – mutig – das Publikum mit einem englischen Text überzeugte. Mütze ab und Glückwunsch. Auf der Heimreise wurde das Alter des älteren Mitglieds des KEMGVs geschätzt. Das hat ihn sehr glücklich gemacht. Danke, Antonia! Du hast einem alten Mann sowas wie Hoffnung gegeben. Is so… und nun Schluß mit Oldenburg. Weiter zur Nachberichterstattung vom Bremer Hinterzimmer-Slam No.1.
Kurz und schmerzlos: Bremen. Slam on the rocks. Startplatz 1. Verhaspelt. Verhauen. Verkackt? Naja… das eigentliche Problem ist vielleicht, dass unser eigener Anspruch an uns sehr hoch ist. Wenn man Slammer fragt, die uns kennen sagen die zwar auch: habt ihr verkackt, fragt man unparteiische Menschen aus dem Publikum sagen die: wieso? War doch super….
Nichtsdestotrotz haben wir unsere eigenen Erwartungen heute nicht erfüllt, aber trotzdem viel Spaß gehabt. Wir haben den Grundstein für etwas Großes gelegt und werden weiter daran arbeiten und eine tolle Mützen-Collage basteln. Mehr dazu in Kürze. Wir haben nette Leute kennengelernt, tolle Texte gehört, uns gut unterhalten und bestens amüsiert. Und mal ehrlich: das ist doch die Hauptsache. Schönen Sonntag, ihr Bademeister. Glückwunsch noch an Gerrit! PS: Julia hat dir geglaubt!

